Hard to Sell, Good to Have Ausstellungsprojekt und Diskussionsplattform

Hard to Sell, Good to Have ist ein Projekt, das von Alexandra Grausam und Elsy Lahner, die auch gemeinsam den Wiener Kunstverein das weisse haus leiten, initiiert wurde und am 11. November 2010 mit einer Ausstellung eröffnet wird. In Kooperation mit verschiedensten Expertinnen und Experten widmet sich diese Diskursplattform dem Thema Kunst und Ökonomiesystemen für Künstlerinnen und Künstler.

Manche Kunst fasziniert und begeistert uns, weil sie sich Raum nimmt, weil sie in ihn vordringt und ihn erobert, ihm eine eigene Stimmung verleiht, weil sie nicht an jedem Ort und vielleicht nur in diesem einen Moment existiert – eine Soundinstallation, die den gesamten Raum in Schwingung versetzt, filigrane oder brachiale Rauminstallationen, Lichtinstallationen, die eine bedrohliche Situation suggerieren, eine Skulptur aus Schaum, die jeden Augenblick in sich zusammen fallen kann, Objekte, die nur für kurze Zeit zur Skulptur zusammen gesetzt werden, eine Performance, die wir nur hier und jetzt erleben können.

Doch gerade deshalb wirft Kunst oft die Frage nach ihrer Verkaufbarkeit auf. Was geschieht, wenn die Faszination für diese Kunst soweit führt, dass wir sie für uns haben möchten? Wie gehen wir mit Kunst um, die nicht so leicht zu verkaufen ist, weil sie viel Platz einnimmt, weil sie laut und grell ist, weil sie sich mit unbequemen Dingen beschäftigt? Wie lässt sich Kunst sammeln, wenn sie schwer zu lagern ist oder vielleicht gar nur als schriftliche Notiz existiert?

Dies sind Fragen, wie sie teils schon ab den 1960er Jahren durch Kunstrichtungen wie Konzeptkunst, Land Art, Fluxus oder Happenings gestellt und thematisiert wurden. Künstlerinnen und Künstler haben sich immer wieder mit ihren Arbeiten bewusst dem Markt widersetzt oder Werke geschaffen, die in neue Dimensionen vorgedrungen sind.

Hard to Sell, Good to Have greift diese Fragen im aktuellen Kontext auf und untersucht anhand verschiedenster Beispiele den Status quo. Rund um das Thema wird ein offener Diskurs angeregt – einerseits für das Publikum, Kunstinteressierte und potentielle Sammlerinnen und Sammler, und andererseits für die Künstlerinnen und Künstler, die mit dieser Fragestellung gefordert werden.

Den Hauptteil von Hard to Sell, Good to Have bildet eine Ausstellung. Hier werden größtenteils Werke aus den Bereichen Video, Videoinstallation, Rauminstallation, Licht-installation, Duftinstallation, Soundinstal-lation, Performance gezeigt- Kunstrichtungen, die nicht so leicht zu verkaufen sind bzw. die oft als reine Institutionskunst deklariert werden. Die Idee ist es, verschiedenste Medien und Arbeitsweisen unter dem genannten Thema zu präsentieren.

Eine Jury bestehend aus Alexandra Grausam, Barbara Horvath, Elsy Lahner und Axel Stockburger hat Mitte September 2010 unter den eingereichten Vorschlägen jene Projekte ausgewählt, die für die Themenstellung interessante Aspekte und Fragestellungen aufweisen und die die Vielfalt dieses Themas unterstreichen.

Mit dem Projekt entsteht eine Publikation, in der Statements zum Thema gesammelt werden; Expertinnen und Experten unterschiedlicher Bereiche informieren darin über die Entstehungs- und Produktionsbedingungen von Kunst, das Verkaufen, das Sammeln und auch das Bewahren und den Erhalt von Kunst. Zusätzlich können Interessierte über einen Blog auf der Website http://www.hardtosell.at selbst Statements zum Thema abgeben. Ein erster Teil der Publikation wird bereits zur Vienna Art Week erscheinen, ein zweiter Teil wird nach Ende des Projekt herausgegeben.

Neben Führungen, die mit variierenden Schwerpunktsetzungen durch die Ausstellung führen, findet während der Ausstellungsdauer in Kooperation mit departure eine Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten statt, die Hard to Sell, Good to Have behandeln und unter verschiedenen Aspekten beleuchten wird. Zum Abschluss des Projekts werden zur Demonstration und Diskussion des Kunstmarkts die in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke in Form einer Auktion, geleitet von Mag. Andrea Jungmann, Geschäftsführerin von Sotheby’s Österreich, versteigert.

Mit dem im Jahr 1874 von den Architekten Fellner und Helmer erbauten Palais Sturany wurde ein Ausstellungsort gefunden, der viele unterschiedliche Raumsituationen zulässt. Am Schottenring 21 gelegen bietet das Palais zahlreiche Räume, vom Prunksaal und Leseraum bis zur Wendeltreppe mit vielen Details und Dekor.

________________________________________________

Ausstellung

Palais Sturany
Schottenring 21
1010 Wien

Eröffnung: 11.11.2010, 19h

Dauer: 12.11. – 21.11.2010

Öffnungszeiten:

Mo Di Mi Fr 14 bis 19 Uhr
Do 14 bis 22 Uhr
Sa So 12 bis 17 Uhr

________________________________________________

PROGRAMM

Donnerstag, 11.11.2010, 19 Uhr

Eröffnung der Ausstellung „Underground towards Sellout“

mit Davide Balula; Alfredo Barsuglia; Bernhard Cella; Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová; Judith Fegerl; Douglas Fishbone; Nate Harrison; Zuzanna Janin; Janez Janša, Janez Janša, Janez Janša; Wim Janssen; Nicolas Jasmin; Jakob Lena Knebl; Claudia Märzendorfer; Ralo Mayer; Boris Ondreicka; Leo Peschta; Shannon Plumb; Rainer Prohaska; Franz Schubert; Klaus Weber

Performances: Jakob Lena Knebl, Claudia Märzendorfer, Ralo Mayer

Samstag, 13.11.2010, 14 Uhr

Lesung „Inspiriert mich Text?“ – ein Projekt von Bernhard Cella

Dienstag, 16.11.2010, 17 Uhr

Podiumsdiskussion “Art Outside the Box – Dimensions in Collecting Art”

Gäste: Marc Gloede (Filmwissenschaftler; Kurator, Kritiker), Jörg Heiser (Co-Chefredakteur von „frieze“; Kritiker), Constanze Ruhm (Künstlerin; Professorin für Kunst und digitale Medien an der Akademie der Bildenden Künste Wien)

Moderation: DDr. Christoph Thun-Hohenstein

Donnerstag, 18.11.2010, 19 Uhr

Auktion in Kooperation mit Mag. Andrea Jungmann, Geschäftsführerin von Sotheby’s Österreich

Performance: Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: